Was ist ein Staatsanwalt?

Eine Staatsanwaltschaft ist die staatliche Untersuchungs- und Anklagebehörde im Strafverfahren, in der Staatsanwälte als nichtrichterliche Beamte angestellt sind. Der Staatsanwalt ist in einem Strafverfahren Dreh- und Angelpunkt. Seine Aufgabe ist es bei einem Anfangsverdacht einer Straftat einzuschreiten und zu ermitteln. Dabei berät er sich zusammen mit der Polizei, die das Hilfsorgan der Staatsanwaltschaft darstellt.

Bei der Untersuchung einer Straftat muss ein Staatsanwalt sämtliche Umstände ermitteln. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese Umstände belastende- oder entlastende Wirkung für den Beschuldigten haben. Diese umfassende Ermittlung ist gesetzlich in § 160 Abs. 2 StPO geregelt. Der Staatsanwalt als Anklagemonopol hat nach der Ermittlung, die Entscheidungsgewalt darüber, ob ein Strafverfahren eröffnet oder eingestellt wird. Nur bei einem hinreichenden Tatverdacht wird das Verfahren eröffnet.

In einigen Situationen besitzt der Staatsanwalt zudem das Recht Zwangsmaßnahmen, wie zum Beispiel, die vorläufige Festnahme oder die Durchsuchung einer Wohnung anzuordnen. Für derartige Zwangsmaßnahmen muss jedoch eine Gefahr im Verzug vorliegen. Darunter ist ein Umstand zu verstehen, bei dem ein Schaden eintreten würde, wenn die Behörde bzw. der Staatsanwalt nicht einschreitet. Liegt eine Gefahr im Verzug hingegen nicht vor, dann kann eine Zwangsmaßnahme nicht vom Staatsanwalt angeordnet werden. Vielmehr muss sie bei dem zuständigen Richter beantragt werden.

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